Madrid ist zweifellos eine höchstinteressante und lebendige Stadt, die ein ausschweifendes Nachtleben, viel Kultur und jahrhundertealte Tradition miteinander vereint. So kommt in der Metropole sicherlich keine Langeweile auf, denn für jeden Geschmack ist etwas dabei. Stehen einem nur wenige Tage in Spaniens Hauptstadt zur Verfügung, bietet es sich wahrscheinlich an, gleich im richtigen Barrio, also Stadtteil, eine Unterkunft bei Wimdu zu buchen, um seine Zeit ideal nutzen zu können. Die folgende Übersicht hilft dir dabei, ein Gefühl für die verschiedenen Barrios zu bekommen.
Salamanca
Der Stadtteil Salamanca steht vor allem für 3 Dinge: Luxus, Shopping und Geschichte. Der wohlhabende Barrio besitzt zahlreiche internationale Geschäfte, Läden und Boutiqen. Madrid-Besucher, die vor allem zum Shoppen in der Stadt sind, sollten am besten auf den Einkaufsstraßen Recoletos oder Goya beginnen. Dort kann man gleichzeitig auch noch historische Attraktionen wie die seit Langem bestehenden überdachten Märkte erkunden. Außerdem besitzen die Shopping-Meilen eine Vielzahl an hervorragenden Restaurants, Bars und Gourmetgeschäften, die traditionelle und moderne Gerichte für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel bieten.
In Salamanca befinden sich zwar keine der typischen Sehenswürdigkeiten, aber es gibt dennoch einige interessante Orte, die man aufsuchen kann. Kunstliebhaber können beispielsweise das Studentenheim besuchen, in dem einst Salvador Dalí gewohnt hat. Musikbegeisterte verschlägt es dagegen vielleicht eher zu einem Konzert in der Fundación Juan March. Salamanca beherbergt außerdem die Nationalbücherei Spaniens, das Museo Lázaro Galdiano sowie das Archäologische Nationalmuseum.

Die Nationalbücherei Spaniens. Foto von FlickrCC.
Las Letras / Cortes
Besucher, die gern in das kulturelle Angebot von Madrid eintauchen möchten, werden sich in Las Letras / Cortes besonders wohlfühlen, denn in diesem Barrio befinden sich die wichtigsten Museen der Stadt. Das nationale Kunstmuseum Spaniens, das Museo Nacional del Prado, beherbergt eine der weltbesten Sammlungen an europäischer Kunst vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Das Museo Reina Sofía konzentriert sich mehr auf Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Der Stadtteil hat mit dem Museo Thyssen-Bornemisza ein weiteres Kunstmuseum zu bieten und auch das Kulturzentrum und Museum CaixaForum Madrid ist einen Besuch wert.
Nach einem ausgiebigen Tag voller Ausstellungen, möchte man wahrscheinlich kurz Platz nehmen, um etwas zu essen und etwas Erfrischendes zu trinken. Las Letras / Cortes trumpft glücklicherweise mit einem großen Angebot an modernen Restaurants und Bars, aber auch einigen traditionellen Kneipen, auf. Vor allem an der frischen Luft lässt es sich gut speisen auf einem der Freisitze auf der Plaza de Santa Ana. Literaturliebhaber sollten sich Cervecería Alemana vormerken, denn dort war Ernest Hemingway Stammgast.

Cervecería Alemana. Foto von FlickrCC.
Chueca
Chueca gilt als eine Erfolgsgeschichte der Modernisierung und hat dennoch viel Traditionelles erhalten. Dazu zählt unter anderem der Markt San Anton, auf dem sich neben den typischen Fisch- und Fleischständen eine Kunstgalerie sowie eine Bar mit Terrasse befindet. Spaziert man die Straßen des Viertels entlang, stößt man auf weitere fantastische Märkte, Boutiquen, Restaurants und Bars.
Der Barrio Chueca ist das offizielle Schwulen- und Lesbenviertel mit zahlreichen belebten Restaurants, Läden, Cafés, Designergeschäften und Klubs, die darauf ausgerichtet sind. In dem Viertel gibt es ganzjährig Schwulen- und Lesbenpartys, bei denen die Straßen zum Leben erwecken. Am letzten Samstag im Juni findet der Gay Pride Day statt und ab dann wird bis in die erste Juliwoche hinein durchgefeiert. Madrid wurde außerdem als Gastgeber der Veranstaltung World Pride 2017 auserkoren, was für viele ein weiterer Anreiz sein wird, in die spanische Hauptstadt zu reisen.

Straße in Chueca. Foto von FlickrCC.
Malasaña
Der angesagte Barrio Malasaña eignet sich für alle Besucher, die eine Unterkunft in einem untouristischen und alternativem Viertel suchen. Im Mittelpunkt befindet sich die berühmte Plaza Dos de Mayo, die das internationalste kulinarische Angebot von Madrid bereithält. Auf den umliegenden angesagten Straßen können sich Touristen im Naif leckere Burger und Sandwiches schmecken lassen oder vegane Köstlichkeiten im Crucina probieren. Der Barrio verfügt außerdem über viele moderne, aber auch einige alte, traditionelle Bars und Kneipen, die mittlerweile wieder in sind, ohne dass sie sich stark verändert haben. Wer daran interessiert ist, sollte Palentino oder Los Hermanos Campa aufsuchen.
Mehrere ausgefallene Buch- und Schallplattenläden säumen ebenfalls die Straßen, die vor allem in Malasaña künstlerisch gestaltet sind. So findet man eine große Bandbreite an künstlerischen Ausdrucksformen von gesprühten Bildern bis hin zu umhäkelten Gegenständen. Man sollte vor allem die kleineren Nebenstraßen nicht auslassen, denn dort befinden sich meist die größten Wandbilder. Viele der abstrakten Werke des Künstlers E1000 befinden sich an Toren und Bars der Gegend.

Straße in Malasaña. Foto von FlickrCC.
La Latina
La Latina ist einer der ältesten und traditionellsten Barrios von Madrid. Gleichzeitig gilt er als beste Adresse für Tapas. Obwohl es an den Wochenenden doch recht voll wird, lohnt sich ein Besuch des Stadtviertels auf jeden Fall, denn es gibt viel zu entdecken und zu erleben. Spaziert man einen Weile die engen Gassen entlang, stößt man auf schöne Plätze, wie auf die bekannte Plaza de La Cabeda. Aber auch die Plaza de La Paja, die Plaza del Humilladero, die Plaza de San Andrés und die Plaza de Puerta Cerrada befinden sich in Laufnähe.
Es lohnt sich ebenfalls, über den Mercado de la Cebada und den großen Flohmarkt El Rastro zu bummeln, der jeden Sonntag abgehalten wird. In La Latina kann man sich in urigen und geschäftigen Tavernen unters Volk mischen und dabei Wein, Beer und Tapas genießen. Wer sich etwas gönnen möchte, kann im legendären Casa Lucio fein essen gehen, das bereits Berühmtheiten wie König Juan Carlos, Bill Clinton und Penélope Cruz als Gäste begrüßen durfte. Probieren sollte man auf jeden Fall die Vorspeise huevos rotos, Spiegeleier auf dünn geschnittenen Bratkartoffeln, die als köstlichstes Gericht des Lokals gilt.

Casa Lucio. Foto von FlickrCC.
Chamartín
Jeder, der in Madrid auf Geschäftsreise ist, wird wahrscheinlich in Chamartín übernachten. Dieser angesagte und gleichzeitig entspannte Barrio besteht zum größten Teil aus Geschäfts- und Wohngebäuden, bietet aber auch eine große Bandbreite an Lokalen und Kneipen. In Charmatín gibt es relativ wenige Touristenattraktionen, obwohl sich wahrscheinlich viele Besucher das Estadio Santiago Bernabéu, das Heimstadtion der Fußballmannschaft Real Madrid, anschauen werden. Andere Sehenswürdigkeiten sind das Puerta de Europa und das Geschäftsviertel Cuatro Torres, in dem sich die vier größten Wolkenkratzer Spaniens sowie das Auditorio Nacional de Músicational mit dem spanischen Nationalorchester befinden.

Das Estadio Santiago Bernabéu. Foto von FlickrCC.
Retiro
Retiro gehört zu den kleineren Barrios mit vielen Wohngebieten und ist daher bei Familien besonders beliebt. Das Viertel bietet zwar nur wenige Geschäfte und Märkte, liegt aber auch nicht weit von Atocha, Madrids größtem Bahnhof entfernt. Dennoch bildet der Retiro-Park sicherlich die Hauptattraktion des Barrios. Bis ins späte 19. Jahrhundert gehörte er zum Königshaus und umfasst deshalb mehrere schöne Skulpturen, Denkmäler, Galerien und ruhige Seen. Zu den Sehenswürdigkeiten innerhalb des Parks zählen unter anderem der Rosengarten Rosaleda del Retiro, die Statue Fuente del Ángel Caído sowie der Palacio de Cristal.

Der Palacio de Cristal. Foto von FlickrCC.
Weitere Attraktionen der übrigen Barrios
Die Gegend rund um die Sol und die Gran Vía gilt als allgemeiner Treffpunkt der Stadt und besticht durch ihre hervorragenden Ausgeh-, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Von großen spanischen Modeketten wie Zara oder Mango bis hin zu kleinen Souvenirläden können die verschiedensten Dinge erworben werden. Empfehlenswert sind ebenfalls die Plaza de la Puerta del Sol und die Plaza Mayor.

Die Gran Vía. Foto von FlickrCC.
Ausgefallene Kleidungsstücke findet man im paris-ähnlichen Barrio Justicia/Almagro, in dem sich viele Designerläden befinden. El Madrid de los Austrias ist der Name des ehemaligen Stadtzentrums, das zur Zeit der Habsburger gebaut wurde. Dort befindet sich der Palacio de Santa Cruz auf der gleichnamigen Plaza sowie die Plaza de la Villa, eine der ältesten von Madrid.
Das ehemalige Arbeiterviertel des Mittelalters Lavapies / Anton Martin verspricht seinen Besuchern ein multikulturelles und alternatives Flair mit internationalen Restaurants und Märkten, die preiswertes Mittagessen anbieten. Ein authentisches Kleinstadtgefühl hingegen vermittelt Chamberi mit der runden Plaza Olavide, mehreren Restaurants und Buchläden sowie verschiedenen Kunstgalerien und Museen, wie dem Museo Sorolla, in dem der valencianische Maler einst lebte und arbeitete.

Garten im Museo Sorolla. Foto von FlickrCC.
Eine belebtere Atmosphäre herrscht im Barrio Moncloa/Arguelles, der für seine vielen Studenten und Partys bekannt ist.
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