Die Europäische Kommission verlieh Kopenhagen im Jahre 2014 den Titel der Umwelthauptstadt Europas. Darüber hinaus führt Kopenhagen den euopäischen Green City Index an und Dänemärk rangiert häufig auf Platz 1 des World Happiness Report. Die Stadt will nicht nur bis zum Jahr 2025 klimaneutral sein, sondern wird auch generell von ihren Bewohnern als höchst lebenswert empfunden. Vielleicht schauen Sie sich auf Ihrer nächsten Reise nach Kopenhagen einfach einige der nachhaltigen und umweltfreundlichen Attraktionen an, die die Stadt zu bieten hat.

Eine Fahrradtour machen

Kopenhagen ist für seine Fahrradkultur weltberühmt und besitzt sogar eine eigene Cycling Embassy, also eine Botschaft für Fahrradfahrer. Viele Kopenhagener (36 %) nutzen Ihr Rad auch für den Arbeitsweg. Dank der kommunalen Regierung, die sich für eine Radfahrer-freundliche Gestaltung der Stadt einsetzt, zählt man in Kopenhagen ganze 390 Kilometer Radweg.

Die Cycling Embassy bietet geführte Radtouren, bei denen man weitere Informationen zur Fahrradkultur und zur Infrastruktur der Stadt erhält. Wahlweise kann man sich mit GoGreenCopenhagen auch auf eine grüne Radtour begeben. Dabei erfährt man Wissenswertes über grüne Initiativen, umweltfreundliche Stadtentwicklung und nachhaltige Architektur. Selbstverständlich können Kopenhagen-Besucher auch einfach ein Fahrrad ausleihen und die Stadt auf eigene Faust entdecken.

Lasten in Kopenhagen. Foto von News Oresund.

Lastenrad in Kopenhagen. Foto von News Oresund via FlickrCC.

Einen Offshore-Windpark besuchen

Dänemark war ein Vorreiter bei der kommerziellen Nutzung der Windenergie und besitzt mittlerweile unzählige Windräder. Vor allem Windenergie auf genossenschaftlicher Grundlage trug dazu bei, dass diese Art der erneuerbaren Energien auf breite soziale Akzeptanz in Dänemark stößt.

Der große Offshore-Windpark Middelgrunden befindet sich nur 3,5 Kilometer von Kopenhagen entfernt und produziert etwa 4 Prozent der Kopenhagener Energie. Wie auch viele andere Projekte zur Windkraft wurde dieses von einer Genossenschaft ins Leben gerufen. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann sich per Schiff auf einen Ausflug nach Middelgrunden begeben. Sollte der Seegang allerdings zu stark sein, bietet sich vielleicht auch ein entsprechender Vortrag an – im Sekretariat auf dem Rådhuspladsen 77.

Windpark Middelgrunden. Foto von Andreas Klinke Johannsen.

Windpark Middelgrunde. Foto von Andreas Klinke Johannsen via FlickrCC.

Moderne nordische Küche probieren

Bei der modernen nordischen Küche geht es vor allem darum, saisonale und lokale Produkte zu verwenden. Die beiden Chefköche René Redzepi und Claus Meyer des weltberühmten Restaurants Noma gelten als Erfinder der neuen nordischen Küche. Sie bestanden stets darauf, dass natürliche Bestandteile die Grundlage des Kochens ausmachen sollten. Sie gaben der gastronomischen Kreativität neue Form und verhalfen dem Noma mehrmals dazu, zum besten Restaurant der Welt gewählt zu werden. Wer Glück hat und es schafft, einen Tisch zu reservieren, sollte sich auf keinen Fall das grüne Gourmetmenü entgehen lassen.

Wer nicht zu den Glücklichen zählt, kann aber auch in anderen Restaurants köstlich speisen, denn viele wurden von den Kreationen des Noma positiv beeinflusst. Beispielsweise bietet sich das mit 2 Michelin-Sternen ausgezeichnete Bio-Restaurant Geranium an, das sich im Fælledparken befindet. Wem der Sinn nicht nach Gourmetrestaurants steht, interessiert sich eventuell für das Nose2Tail, ein Restaurant, das mit Zutaten aus Dänemark kocht und alle Teile des Tieres verwendet, um Abfall zu vermeiden. Alternativ kann im klimafreundlichen BioMio Platz genommen werden.

Das Restaurant Noma in Kopenhagen.

Das Restaurant Noma in Kopenhagen. Foto von iStock.

In den Hafenbädern schwimmen gehen

Über viele Jahre hinweg wurde der Kopenhagener Hafen vor allem von schweren Frachtschiffen genutzt, die das Wasser verschmutzten. Mittlerweile wurde die Wasserqualität so sehr verbessert, dass es sogar wieder möglich ist, darin zu baden. Nach der Umnutzung des Gebietes lockt das Stadtzentrum deshalb mit mehreren Hafenbädern. So hat nicht nur die Umwelt davon profitiert, sondern auch die Bewohner von Kopenhagen, für die ihre Stadt gleichzeitig an Lebensqualität gewonnen hat.

Hier ist eine Übersicht der Hafenbäder, die im Sommer für willkommene Abkühlung sorgen. Im Winter bietet sich für die meisten wahrscheinlich eher die Sauna als das eiskalte Wasser an.

Hafenbad Islands Brygge. Foto von webjay.

Hafenbad Islands Brygge. Foto von webjay via FlickrCC.

Das Green Lighthouse besuchen

Das Green Lighthouse ist das erste klimaneutrale öffentliche Gebäude Kopenhagens. Im Jahre 2009 wurde dieses zur Univeristät gehörende Bauwerk errichtet, das aus einer öffentlich-privaten Partnerschaft hervorgegangen ist. Bei dem an eine Sonnenuhr angelehnten Konzept des Gebäudes wird das Tageslicht auf schlaue Art genutzt, denn es stellt die primäre Lichtquelle dar. Das Energiekonzept ist eine Kombination aus Fernwärme, Solarzellen, Solarheizung, Solarkühlung und saisonaler Energiespeicherung.

Durch die besondere Architektur und das Energiekonzept verbraucht das Green Lighthouse 75 Prozent weniger Energie als konventionelle Gebäude. Außerdem ist es auch der Beweis dafür, dass sowohl umweltfreundlich als auch funktional gebaut werden kann.

Eine Stadt wie Kopenhagen, die sich so engagiert für Nachhaltigkeit einsetzt, bietet noch viele weitere umweltfreundliche Attraktionen und bei der derzeitigen Stadtentwicklung entstehen auch ständig neue. Die App GoGreen Copenhagen hilft außerdem dabei, das umweltfreundliche Kopenhagen näher kennenzulernen.