Größte deutsche Sabbatical-Studie: Fast jeder 2. Deutsche will eine Auszeit vom Job nehmen

Halb Deutschland träumt von der beruflichen Auszeit! Warum sind viele Menschen hierzulande reif für eine Pause und was treibt sie dazu? Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Warum sehen Männer und Frauen das Thema Sabbatical ganz unterschiedlich? Und was sind die Gründe, dass viele Deutsche den Wunsch nach der großen Pause trotzdem nicht in die Tat umsetzen? Darauf liefert die größte deutsche Sabbatical-Studie des Meinungsforschungsinstituts Fittkau & Maaß im Auftrag von Wimdu erstmals alle Antworten! Gleich mit im Gepäck sind einige praktische Infografiken und der 2-Minuten-Schnelltest „Bist du reif für die Insel?“ (Hier geht’s direkt zum Schnelltest).

Die Auszeit vom Job, häufig auch Sabbatical genannt, ist in Deutschland so stark gefragt wie noch nie. Schlagworte wie „Work-Life-Balance“ gewinnen immer mehr an Bedeutung und auch bei den meistgesuchten Suchbegriffen auf Google Trends liegen „Sabbatical“ und „berufliche Auszeit“ auf den Spitzenplätzen. Grund genug für das Onlineportal für Ferien-Apartments Wimdu die bisher größte deutschlandweite Studie zum Thema berufliche Auszeit und Sabbatical durchzuführen.

Halb Deutschland träumt von der Auszeit, ein Drittel der Befragten will gleich ein Jahr pausieren

Mit 43 Prozent wollen mehr als vier von zehn Deutschen eine Auszeit vom Job nehmen. Was die angestrebte Dauer des Sabbaticals angeht, gibt es zwei Trends. Knapp weniger als die Hälfte der Auszeit-Aspiranten (43 %) wollen zwischen drei und sechs Monaten Pause vom Job nehmen. Fast ein Drittel tendiert dann mit zehn bis zwölf Monaten sogar zum ganzen „Sabbatjahr“. Immerhin noch 11 Prozent können sich eine Zeitspanne von bis zu zwei Jahren vorstellen.

Hauptgründe: Reisen, Selbstfindung, Burnout-Prävention und Neustart

Grafik über die Beweggründe für ein Sabbatical

Beweggründe für ein Sabbatical

Was sind die Top-Gründe für eine Auszeit? Gleichauf vorneweg liegen mit je 57 Prozent der Wunsch zu reisen und mehr Zeit für sich und seine Interessen zu haben. Knapp dahinter wollen viele neue Perspektiven und zu sich selbst finden (54 %). Fast bedenklich: Die Hälfte der Befragten will mit der Auszeit ein Burnout überwinden oder einem vorbeugen. Mit Respektabstand folgen dann Sprachen lernen (30 %), das Leben grundlegend verändern (21 %), die Unzufriedenheit mit dem Job (20 %) oder der privaten Situation (13 %). Schlanke 12 Prozent wollen diese Zeit für die berufliche Weiterbildung nutzen.

Sabbatical heißt Reisen: Drei Viertel wollen neue Kulturen kennenlernen, ein Viertel will auswandern

Grafik über die Intention eines Sabbaticals

Grafik über die Intention eines Sabbaticals

Sabbatical heißt für die große Mehrheit der Deutschen Reisen und fremde Länder kennenlernen: Fast drei Viertel (72 %) der Befragten wollen ein Sabbatical primär antreten, um den Alltag und die Kultur anderer Länder kennenzulernen. Weit mehr als die Hälfte (58 %) braucht die längst fällige Verschnaufpause vom Leben. Immerhin mehr als ein Drittel hat Sehnsucht nach konstant warmen Temperaturen. Exakt ein Viertel kann sich vorstellen, nach der Auszeit gleich ganz auszuwandern und immerhin noch 19 Prozent der Deutschen reizt es sogar, auch während des Sabbatical im Ausland zu arbeiten.

Frauen nehmen Auszeit öfter bei Beziehungs- und Jobproblemen oder um ihr Leben drastisch zu ändern

Bei den Beweggründen für eine Auszeit unterscheiden sich Frauen klar von Männern. Deutlich öfter haben sie den Drang, ein Sabbatical in Anspruch zu nehmen, um ihr Leben grundlegend zu ändern. Diejenigen die einen „Neustart“ suchen sind zu 68 Prozent weiblich und nur zu 32 Prozent männlich.
Auch sehen Frauen eine berufliche Auszeit viel öfter als Ausweg, wenn die private Situation schwierig ist (62 % zu 38 %) oder sie mit dem Job unzufrieden sind (58 % zu 42 %). Auch die Burnout-Prävention liegt den Damen mehr am Herzen (53 % zu 47 %).

Woher das Geld für die Auszeit kommt: Ersparnisse und dann lange nichts

Grafik über die Finanzierung des Sabbatical

Finanzierung des Sabbatical

Keine Antwort der ganzen Studie fiel derart eindeutig aus. Drei von vier Deutschen, die eine Auszeit im Auge haben, rechnen damit, zumindest teilweise auf Ersparnisse oder Rücklagen zurückgreifen zu müssen. Rund ein Fünftel der potentiellen Auszeit-Aspiranten rechnet mit finanzieller Unterstützung vom Partner oder der Familie. Etwa gleich viele können sich vorstellen, auch während der Reise im Ausland (21 %) und freiberuflich (16 %) zu jobben. Weitere potentielle Einnahmequellen für einen Langzeittrip: Untervermietung von Wohnung oder Haus (12 %), Erbschaft (10 %), Verkauf von Wertgegenständen wie dem Auto (8 %) oder ein Kredit (5 %).

Jüngere und Frauen haben weniger Probleme damit, auch während des Sabbaticals unterwegs zu jobben

Frauen sind für ihren Traum eines Sabbaticals sehr viel öfter bereit als Männer, ihre Wohnung zu vermieten (64 % zu 36 %) oder auch im Ausland zu jobben (58 % zu 42 %). Work and Travel ist zudem für die jüngere Generation (63 % zu 37 % unter bzw. über 40 Jahren) eine gebräuchlichere Option.

Frauen liebäugeln bei Auszeit mit großer Weltreise, Männer zieht es in den „Wilden Westen“

Grafik über die Geschlechts-Präferenzen in den Reisezielen

Die Geschlechts-Präferenzen in den Reisezielen

Was die Art des Auszeit im Ausland betrifft, so gibt es gerade was die Geschlechts-Präferenz angeht gehörige Unterschiede. Wer eine Weltreise anstrebt, ist mit 60 Prozent deutlich öfter weiblich als männlich (40 %). Männer dagegen konzentrieren sich öfter (57 % zu 43 %) auf eine oder wenige Reisedestinationen. Die Herren der Schöpfung sind es übrigens auch, die es mit 61 zu 39 Prozent weitaus öfter in den „Wilden Westen“, also in die USA und nach Kanada zieht.

Top-Ziele: Frankreich, Skandinavien, Nordamerika, Argentinien, Japan, Thailand und Südafrika

Grafik über die häufigsten Reiseziele während eines Sabbaticals

Die häufigsten Reiseziele während eines Sabbaticals

Das sind beliebtesten Sabbatical-Reiseziele der Deutschen: In Europa ist Frankreich die Nummer eins, gefolgt vom wärmeren Süden rund um Spanien, Italien und Portugal. Auch Skandinavien landet im Spitzenfeld. In Nordamerika halten sich USA und Kanada die Waage, in Südamerika liegt Argentinien in der Beliebtheit der Deutschen ganz vorn. Japan und Thailand konkurrieren in Asien um die Top-Position, in Afrika liegt Südafrika meilenweit vor dem ersten Verfolger, der deutschen Ex-Kolonie Namibia. Ebenfalls sehr beliebt sind Australien und Neuseeland.

Partner als Reisebegleiter bei Auszeit bevorzugt, nur jeder Vierte will alleine reisen

Grafik über die Reisebegleitung

Sabbatical mit oder ohne Reisebegleitung?

Wenn es um die Frage geht, mit wem man denn seinen Sabbatical-Trip antreten will, dann gibt es eine deutliche Tendenz. Nur ein Viertel der Studienteilnehmer würde alleine reisen wollen, drei Viertel dagegen in Begleitung. Beliebtester Reisebegleiter ist der eigene Partner mit 60 Prozent. Mit Abstand folgen dann die Familie inklusive Kindern (21 %) oder Freunde (19 %).

Persönliche Hindernisse für die Auszeit: Finanzierung, Arbeitgeber, Familie oder Karriereängste

Spannende Frage zum Schluss: Was hindert Deutsche daran, tatsächlich eine berufliche Auszeit zu nehmen und den Wunsch in die Tat umzusetzen? Fast die Hälfte der Befragten (48 %) nennt hier die Finanzierung. Ihnen fehlt das Geld. Mehr als ein Viertel gibt an, dass dieser Wunsch am Einspruch des Arbeitgebers scheitern würde. Jeweils knapp 17 Prozent sehen einerseits die familiäre Situation und andererseits die Angst vor einem Karriereknick als entscheidende Hindernisse. Männer haben hier gegenüber Frauen mit 67 zu 33 Prozent deutlich mehr Angst, ihre berufliche Zukunft durch ein Sabbatical zu gefährden. Jeder zehnte Studienteilnehmer ist schlicht zu faul, den Aufwand für die Planung in Kauf zu nehmen, fünf Prozent fehlt die Courage solch ein Projekt durchzuziehen und zwei Prozent scheitern noch daran, dass andere ihre berufliche Auszeit nicht gut finden würden.

*Im Rahmen der 41. W3B-Studie wurden 2015 60.000 deutsche Online-Nutzer befragt. Zum Thema berufliche Auszeit betrug die Fallzahl 2.142 Personen.

Hintergrundbild von Mathias Apitz (München), via FlickrCC