Wir reisen immer öfter, doch die wenigsten internationalen Reisenden achten auf die manchmal so wichtigen Kleinigkeiten. Jedes Land hat seine eigene gesellschaftliche Etikette, und wenn man sich vor seiner Reise mit dieser vertraut macht, kann man sich die ein oder andere unangenehme Situation ersparen. Darüber hinaus hat man Gelegenheit, den Einheimischen gegenüber Respekt zu zeigen und sich angemessen zu benehmen. Natürlich kann man als Reisender nicht immer alle peinlichen Situationen im Ausland vermeiden, doch es ist durchaus akzeptabel, andere Kulturen mit etwas Humor kennenzulernen und Fehler zu machen, solange man kulturelle Unterschiede unvoreingenommen akzeptiert und bereit ist, sich mit diesen auch vertraut zu machen.
Wir bei Wimdu reisen gern und haben unterwegs auch selbst schon den einen oder anderen Fauxpas begangen. Einige dieser Fauxpas haben wir mit etwas Humor in dieser Infografik dargestellt.

Etikette Fauxpas Reisen

Tipps zur Etikette im Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich hat seine ganz eigene, durchaus komplexe Geschichte und weist durch die vier Landesteile England, Wales, Schottland und Nordirland individuelle Unterschiede auf. Briten sind in der Regel offen, tolerant und nicht besonders schnell beleidigt. Beim Schlangestehen legen sie Wert darauf, sich ordentlich anzustellen. Wer sich in einer Warteschlange vordrängelt, leistet sich den größten Fauxpas überhaupt. In diesem Fall wird jeder Anstehende den ungehobelten Vordrängler auf das Ende der Schlange verweisen. Es gilt zu beachten, dass Briten nicht besonders direkt sind: Untertreibungen sind typisch für die britische Etikette. Sagt ein Brite zu Ihnen „Das ist verständlich, da kann ich beinahe zustimmen!“, meint er in Wirklichkeit „Sie haben Unrecht!“. Gut beraten ist, wer auf korrektes britisches Englisch achtet: Benutzt man Worte wie „dessert“, „cookies“, oder „pants“, fällt man sofort als Tourist auf. Wer sich beim Nachmittagstee besonders britisch geben möchte, sollte zuerst den Teebeutel in die Tasse legen und erst danach Wasser darauf gießen.

Tipps zur Etikette in Deutschland

Während die Briten Meister des Smalltalks sind, sind die Deutschen in dieser Angelegenheit eher etwas praktischer veranlagt. „Wie geht’s?“ ist eine ernst gemeinte Frage, die tatsächlich auch eine Antwort erfordert. Wird die Frage nicht beantwortet und gar komplett ignoriert, zeigt der Deutsche sich verwundert. Unbedingt sollte man in Deutschland auf Radfahrer achten. Übersieht man sie, muss man je nach Situation und Laune mit allem vom subtilen Klingeln bis hin zu lautem Geschimpfe rechnen. Auf Rolltreppen sollte man nicht nur in Deutschland auf der linken Seite gehen und auf der rechten Seite stehen. Wer morgens links auf der Rolltreppe stehen bleibt und den Weg blockiert, wird ganz sicher ein unwirsches „Entschuldigung?“ hören – „Zeit ist Geld“ ist schließlich ein in Deutschland sehr bekanntes Motto. Auch gut zu wissen: Im Supermarkt packt man seine Einkäufe besser schnell ein und hält sein Bargeld oder die Karte am besten direkt bereit, denn wer an der Kasse zu langsam ist, kann leicht den Ärger der anderen Kunden in der Schlange auf sich ziehen. Am besten legt man seine Artikel gleich in der Reihenfolge auf das Kassenband, in der man sie auch einpacken möchte.

Tipps zur Etikette in Frankreich

In Sachen Mode, Kochkunst, Wein, Architektur und Kunst sind die Franzosen weltweit ganz vorn mit dabei. Auch die beiden Bezeichnungen „Etikette“ und „Fauxpas“ haben ihren Ursprung im Französischen: Sie stammen von den französischen Wörtern „étiquette“ und „faux pas“.
Mit unseren Tipps ist es relativ einfach, sich in der alten europäischen Kultur zurechtzufinden. Das Mittagessen ist in Frankreich heilig. Wer um die Mittagszeit etwas erledigen möchte, sollte das besser verschieben, denn die Geschäfte sind von 12:00 bis 14:00 Uhr geschlossen, und auch Restaurants machen nach 13:30 Uhr zu. Überkommt einen danach der Hunger, kann man sich nur noch an Straßenständen ein Sandwich oder einen Crêpe holen. Noch ein Hinweis: Streichen Sie bitte niemals Foie gras auf ihr Brot, sondern essen Sie die Stopfleber lieber mit der Gabel und das Brot separat. Auch ganz wichtig: Franzosen mögen es nicht, umarmt zu werden. Es gibt sogar nicht einmal das Wort „umarmen“ auf Französisch! Franzosen legen Wert darauf, immer einen gesunden und fröhlichen Eindruck zu machen. Auf die Frage „Comment allez-vouz?“ gibt es daher nur eine mögliche Antwort: „Ça va bien!“.

Tipps zur Etikette in Italien

Beim Anstehen bildet man in Italien keine gerade Schlange, in der alle hintereinander warten. Es merkt sich einfach jeder die richtige Reihenfolge und dann kommen alle nacheinander dran. Lassen Sie sich also von Warteschlangen nicht abschrecken! Eine weitere Regel, an die Italiener sich strikt halten, besagt, dass man nach dem Verzehr von Fleischgerichten auf Milchprodukte verzichten sollte. Wer sich in Italien also nach einem herzhaften Frühstück einen Cappuccino bestellt, begeht einen Fauxpas. Die Regel, nach dem Essen auf Cappuccino zu verzichten, gilt übrigens sogar für Vegetarier! Da Italiener sich stark mit der Region, aus der sie kommen, identifizieren, ist es zu empfehlen, lieber die Frage „Kommst du aus Italien“ statt „Bist du Italiener?“ zu stellen. Ein sehr empfindliches Thema, das man in Italien vor allem dann nicht aufbringen sollte, wenn man sich noch nicht gut kennt, ist die M****. Sie ist nicht im gesamten Land präsent, sondern nur in einigen Orten in Süditalien.

Tipps zur Etiquette in Spanien

Möchte man Spanier mit kulturellem Wissen beeindrucken, funktioniert das nicht einfach, indem man die Worte Toros, Flamenco und Criadillas benutzt. Der Grund dafür ist einfach: Die meisten Spanier identifizieren sich nicht mit dem Stierkampf, der Flamenco stammt lediglich aus einem Teil des Landes, nämlich aus Andalusien, und Hoden werden auch nicht jeden Tag gegessen. Es ist ebenfalls keine gute Idee zu versuchen, serviertes Essen selbst nachzuwürzen. Wer sein Essen im Restaurant mit Salz, Gewürzen oder im schlimmsten Fall gar Ketchup verfeinern möchte, wird von seinem Gegenüber sofort als undankbar und unwissend betrachtet. Nicht nur in Spanien kommt es nicht unbedingt gut an, wenn man Einheimische auf Englisch anspricht. Schon mit der einfachen Frage „Habla usted Inglés?“ können Sie das Eis brechen und eventuell ist man sogar bereit, Ihnen zu helfen, selbst wenn die Antwort auf Ihre Frage vielleicht „No!“ lautet.

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