Im letzten Jahrtausend hat sich Amsterdam stetig weiterentwickelt. Die einst aus einem kleinen Fischerdorf entstandene Stadt wurde im Mittelalter zu einem Machtzentrum, und entfaltete sich nach der späteren Besetzung im Krieg zu einer modernen, eleganten Metropole. Das Wachstum der Stadt spiegelt sich in der einzigartigen Struktur wider. Der Stadtkern ist von konzentrisch angelegten Grachten umgeben, und die Außenbereiche sind von Grünflächen und verschiedenen Institutionen geprägt. Mit zunehmendem Wohlstand im Goldenen Zeitalter des 17. Jahrhunderts vollzog sich in Amsterdam ein künstlerischer und architektonischer Wandel, der sich auch heute noch in Form von Kunstmuseen und Grachtenhäusern bemerkbar macht. Die Stadt ist für ihr freiheitliches Denken bekannt und zieht auch aufgrund ihres aufregenden Nachtlebens und ihrer Aufgeschlossenheit in jeglicher Hinsicht viele Besucher an. In den faszinierenden Innenstadtbezirken mit vielen Freizeitmöglichkeiten lässt sich die vielfältige niederländische Kultur erleben. Nehmen Sie sich Zeit, um die Geschichte Amsterdams zu ergründen und verborgene Schätze der Stadt zu entdecken.

In Orange gekleidete Menschen beim Essen und Trinken auf einem Volksfest

Am Nieuwmarkt in der Altstadt wird der Koningsdag in Orange gefeiert.
Foto von Kevin Gessner

Die Altstadt

Die Altstadt von Amsterdam ist seit über eintausend Jahren besiedelt. Bevor die Amstel durch einen Damm aufgestaut wurde (daher auch die Bezeichnung Amsterdam), lebten dort Fischergemeinschaften und verhalfen der Stadt zu einem florierenden Wachstum. Der Hauptbahnhof Amsterdam Centraal befindet sich am Rande der Stadt. Von dort aus lässt sich die Stadt mit ihren vielen geschichtsträchtigen Häusern aus dem Mittelalter wunderbar erkunden. Am Bahnhof beginnt die lebendige Einkaufsstraße Nieuwendijk, die zum zentralen Hauptplatz Dam führt. Dieser beherbergt den imposanten Königlichen Palast Paleis op de Dam, die gotische Kirche Nieuwekerk und ein 22 Meter hohes Nationaldenkmal, das als Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs dient. Nicht weit entfernt ist auch das Rotlichviertel der Stadt, De Wallen. Am Nieuwmarkt befindet sich das Denkmal De Waag, ein imposantes Gebäude, das vor mehreren hundert Jahren errichtet wurde. Der Platz ist von Cafés und typischen Coffeeshops gesäumt, und auch das Stadtviertel Chinatown befindet sich in unmittelbarer Nähe. Neben einer ausgezeichneten Verkehrsanbindung werden den Besuchern hier auch aufregende Ausgehmöglichkeiten zum Kennenlernen anderer Reisender geboten, so dass einem schönen Aufenthalt nichts im Wege steht.

Zwei Menschen sitzen an einem Kanal

Eine Ruhepause am Kanal. Foto von FaceMePLS

Der Grachtengürtel 

Der Amsterdamer Grachtengürtel ist ein halbkreisförmiges Kanalsystem, das die Altstadt umgibt. Er wurde im 17. Jahrhundert gegründet und spiegelt den Reichtum und den Ehrgeiz der Bürger Amsterdams im Goldenen Zeitalter wider. Um die Altstadt zu erweitern und die als Wasserstraßen dienenden Grachten anzulegen, wurden in der gesamten Gegend beträchtliche Veränderungen vorgenommen. Die prächtigen, kunstvoll verzierten Herrenhäuser, die den Kanal säumen, sind immer noch erstaunlich gut erhalten und zählen mittlerweile zum UNESCO-Welterbe. Hier zeigt sich Amsterdam von seiner schönsten Seite, und die Brücken mit filigraner Struktur, die gepflasterten Wege sowie die bezaubernden Terrassen erinnern an Postkartenmotive. An der Singel befindet sich ein angesehenes Museum, das Anne-Frank-Haus. In dem einstigen Warenhaus suchte die junge Anne Frank mit ihrer Familie während der Judenverfolgung im Zweiten Weltkriegs Schutz und schrieb dort ihr berühmtes Tagebuch. In dem Haus befindet sich nun ein Museum, das dem berührenden Leben der Anne Frank gewidmet ist und als Symbol gegen Diskriminierung jeglicher Art fungiert. Ein Aufenthalt in einem Apartment im Amsterdamer Grachtengürtel in unmittelbarer Wassernähe sorgt für einen einmaligen und unvergesslichen Aufenthalt in der niederländischen Hauptstadt. Hier können Besucher einen Einblick in das traditionelle Leben der Stadt genießen.

Rosafarbene Blumen an einem Kanal in Amsterdam mit Blick auf Giebelhäuser

Stilvolle Galerien und Cafés im einstigen Stadtteil der Arbeiterklasse Jordaan.
Foto von In View Of

Der Jordaan

Westlich des Amsterdamer Grachtengürtels befindet sich der Jordaan. Der sichelförmige Stadtteil, der einst eine typische Arbeitergegend war, begeistert mit einer einzigartigen Architektur. Im 17. Jahrhundert entstanden im Jordaan an den damals stinkenden und mit Abfällen übersäten Wasserwegen dicht an dicht viele kleine Wohnhäuser für tausende von Arbeitern und für die arme Bevölkerung. Sogar Rembrandt musste nach seinem Bankrott im Jahr 1656 sein schickes Stadthaus verlassen und in die Rozengracht im Jordaan ziehen. Wie viele Angehörige der armen Arbeiterklasse wurde er in der Kirche Westerkerk begraben. Im 19. Jahrhundert zählte das kleine Viertel dann schon sage und schreibe 80.000 Einwohner und geriet zunehmend in Verfall. Als in den Siebzigerjahren mit der Restaurierung begonnen wurde, waren viele Gebäude stark mitgenommen. Der ehemals bei Studenten und Künstlern beliebte Stadtteil hat in den letzten Jahren eine Gentrifizierung erfahren, dementsprechend sind einige der charakteristischen Häuser mit Terrasse nun eher in der Hand der wohlhabenderen Bevölkerung. Die Prinsengracht und die Keizersgracht, die sich durch ihre besondere Schönheit hervorheben, sind von dutzenden erstklassigen gastronomischen Einrichtungen gesäumt. So erübrigt sich nach einem Ausflugstag voller Galerien und Boutiquen die lange Suche nach kulinarischen Köstlichkeiten.

Menschen vor dem Schriftzug „ich bin Amsterdam" mit dem Rijksmuseum im Hintergrund

Der beliebte Amsterdam-Schriftzug vor dem Rijksmuseum in Oud-Zuid.
Foto von Simone Richter

Oud-Zuid 

Das Viertel Oud-Zuid südlich des Stadtzentrums ist im 19. Jahrhundert entstanden, nachdem eine die Singelgracht umgebende Mauer entfernt wurde, um die Stadt über den Grachtengürtel hinaus zu erweitern. Die gut situierte Bevölkerung Amsterdams errichtete stattliche Herrenhäuser in ordentlich angelegten, von Bäumen gesäumten Straßen, und neue Grünflächen sowie verschiedene Institutionen entstanden in der Stadt. Auch heute steht das Viertel Oud-Zuid vor allem bei Mietern hoch im Kurs, und viele Touristen, die mit der Familie anreisen, schätzen die Nähe der eleganten Wohngegend zur Innenstadt und zu den Museen. In Oud-Zuid befindet sich auch einer der beliebtesten Parks der Stadt, der 45 Hektar große Vondelpark, der mit Teichen, Gartenanlagen, Teehäusern, Freilichtbühnen und Skulpturen versehen ist. Das angrenzende Museumsviertel beherbergt das weltberühmte Van-Gogh-Museum und das kürzlich renovierte Rijksmuseum. Im Viertel De Pijp in Amsterdam Zuid besuchen Amsterdamer gerne den multikulturellen Albert-Cuyp-Markt. Etwas weiter südlich, im neueren Teil von Oud-Zuid, befinden sich das Geschäftsviertel von Amsterdam sowie luxuriöse Einkaufsmeilen wie die Beethovenstraat und die P.C. Hooftstraat.

Menschen sitzen bei Sonnenuntergang im Gras an einem See

Der beliebte Vondelpark. Foto von Franklin Heijnen

Oud-West

Der Stadtteil Oud-West ist ebenfalls im 19. Jahrhundert entstanden. Er ist zwar nicht ganz so prachtvoll wie das benachbarte Viertel Oud-Zuid, steht diesem in Sachen Charme und Anziehungskraft allerdings in nichts nach. In den Straßen der Umgebung  können Besucher Radtouren in entspannter Atmosphäre unternehmen und in eine der Bars oder in ein traditionelles „bruines Café“ einkehren. Bei letzteren handelt es sich um keine Bars mit holzverkleideten Wänden und Holzdecken, die eine gemütliche Atmosphäre bieten. Oud-West begeistert sowohl mit Live-Musik als auch mit kleineren Kunstausstellungen von lokalen Künstlern und Designstudenten. Im Gegensatz zum Stadtzentrum, das mit seinem ausgelassenen Flair eher Rucksacktouristen anzieht, wird hier eine trendige und lebendige, aber weniger ungezügelte Atmosphäre geboten.

Personal in einer Bar mit schönem Design

Essen mit Stil in Amsterdam Oost. Foto von Alper Çuğun

Plantagebuurt Amsterdam Oost

Bei Plantagebuurt handelt es sich um einen kleinen Stadtteil im Osten der Innenstadt mit besonders viel Grün. Er bestand einst fast ausschließlich aus Grünanlagen, mittlerweile ist er jedoch mit Wohnhäusern sowie Museen versehen und von Kanälen umgeben. Plantagebuurt und Amsterdam Oost sind besonders bei Feinschmeckern beliebt. Immer mehr Bistros und Bars ziehen in alte Warenhäuser und auf die Dächer und begeistern mit internationalen, frischen und mitunter ausgefallenen Köstlichkeiten. Sie bieten Abwechslung und sind vor allem im Sommer beliebt. Von Amsterdam Oost aus lassen sich nicht nur die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erreichen, sondern Besuchern bietet sich hier auch die Möglichkeit, Teile der Stadt fernab der Touristenpfade zu erkunden.

Waren Sie schon einmal in Amsterdam? Welches Viertel hat Ihnen am meisten gefallen und warum? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit!