Wie bereits im ersten Teil des Beitrags „Die modischsten Städte der Welt und ihre verschiedenen Looks – Teil 1“ stehen auch hier einige Modemetropolen und ihre Besondernheiten in Sachen Outfits im Mittelpunkt.

Mailand

Mailand gilt weltweit als die Modemetropole überhaupt. Besucher der Stadt sollten sich allerdings darüber im Klaren sein, dass hier nicht jeder Armani-Anzüge trägt. In Mailand legt man vor allem Wert auf gut sitzende Kleidung aus einfachen Stoffen. Wie in anderen Städten bevorzugen auch hier die Einheimischen Farben wie schwarz, blau, braun und weiß für ihre Grundgarderobe. Die Mailänder wissen, was ihnen steht und wie sie ihre Outfits am besten mit Accessoires aufpeppen können. Schals, die von Männern und Frauen gleichermaßen getragen werden, stehen hoch im Kurs. Männer setzen als Accessoire gern einen Fedora oder eine Ballonmütze auf.

Mailand begeistert zwar mit einem lässigen Schick, doch auch für einen legeren Freizeitlook gelten bestimmte Regeln. Im Sommer sind die Temperaturen in der Stadt besonders hoch, doch in Shorts sieht man die Einheimischen wirklich nur bei extremer Hitze – also fast nie. Stattdessen bleibt man lieber bei einem klassischen Paar Hosen. Frauen tragen ab und zu auch leichte Sommerkleider. Turnschuhe gelten übrigens als Modesünde: Hier greift man lieber auf ein schickes Paar Lederschuhe zurück.

Carmen von Chamy

Chamy

Foto von Chamy

Wenn ich an Modemetropolen denke, fällt mir neben New York und Paris sofort Mailand ein. Jeder, der selbst schon mal in dieser kleinen, aber entzückenden Stadt war, wird dies wohl bestätigen können. Rund um dem Dom finden sich etliche Designer-Läden und modebewusste Menschen tummeln sich in der Vittoria Emanuele II. In Mailand hatte ich das Gefühl, die Menschen legen Wert auf klassische, elegante Mode, die zeitlos ist. Männer begegnen einem fast ausschließlich im Anzug, die Farben sind gedeckt und Frauen laufen auch kilometerlange Strecken in High Heels ab. Die Accessoires empfand ich ebenfalls als schlicht und klassisch: farblich passende Tücher, dezenter Goldschmuck und ab und zu eine Kopfbedeckung.

Conny von Fashion Victress

Mailand ist für mich der Inbegriff des italienischen Stils. Zwischen solch monumentalen Bauten wie der Galleria Vittorio Emanuele und dem Dom muss man sich wohl ein wenig aufbrezeln, um nicht unterzugehen. Besonders auffällig: Achtet mal auf das Schuhwerk der italienischen Herren. Hier trägt so gut wie jeder feine Lederschuhe.

New York

Ähnlich wie London ist auch New York sehr trendorientiert. Die Stadt zeichnet sich durch eine Mischung aus den Stilen verschiedener Länder aus und ist dadurch in gewisser Weise sogar mit Berlin vergleichbar. Die goldene Regel in New York lautet: „Bleib’ dir selbst treu“. So ist es nicht verwunderlich, dass in der Stadt eine große Vielfalt an einzigartigen Outfits in verschiedenen Farbkombinationen mit diversen Mustern und aus unterschiedlichen Stoffen geboten wird. Einige Outfits faszinieren auch mit einer Mischung aus maskulinen und femininen Elementen.

In New York stylt man sich für den Tag anders als für den Abend. Tagsüber machen New Yorker sich zwar schick, achten aber auf ein eher bequemes Outfit. Schwarze Kleidung wird oft mit auffälligen Statement-Accessoires aufgepeppt und Blazer sind beliebter Grundbestandteil eines legeren und doch eleganten Looks. Etwas schicker geht es abends zu: Zum Theater- oder Restaurantbesuch trägt man gern aufwendige Kleidung. Die New Yorker haben ihre ganz eigene Vorstellung davon, wie ein Outfit für den Abend aussehen sollte. Für Männer ist ein Hemd zwar Pflicht, zu sehr nach Business-Look sollten diese aber auch nicht aussehen. Bei Frauen sind High Heels ein absolutes Muss – und das gilt nicht nur für den Abend.

Carmen von Chamy

New York ist die Metropole, wenn es um neue Trends geht! In dieser Weltstadt habe ich das Gefühl, dass neue Trends Tag für Tag aus dem Boden sprießen. Hier geht quasi alles. Und was gestern noch in war, kann am nächsten Morgen schon wieder out sein. Die inspirierenden Street-Styles reichen von casual bis chic, von Ton in Ton bis hin zu knalligen Neonfarben. Was aber fast jeder trägt: große, auffällige Sonnenbrillen, hinter denen man sich fast wie ein Celebrity fühlt.

Joana von The Blonde Lion

Für mich ist der Big Apple die inspirierendste Style-Metropole der Welt – und das nicht nur wegen Sex and the City. Bisher habe ich nirgendwo so viele tolle Streetlooks in so unterschiedlichen Stilen gesehen. In jedem Viertel wartet etwas Neues: Während auf der Upper East Side eher der Business-Schick vorherrscht, sieht man vor allem in Brooklyn, SoHo und im Meatpacking District individuelle Stile von casual chic bis alternativ – bleibt doch einfach mal im Café sitzen oder auf der Highline und beobachtet den Streetstyle um euch herum. Aus Brooklyn stammt auch einer meiner liebsten Blogs, „Brooklyn Blonde“.

Paris

Auch in Paris legt man viel Wert auf Mode und Trends, so fasziniert die Weltstadt mit verschiedensten Stilen und Outfitkombinationen. Bei einem Spaziergang durch die Straßen lassen sich bestens gekleidete Menschen bewundern. Sportliche Outfits werden hier nur im Fitnessstudio getragen und haben im Alltag nichts zu suchen. Verpönt sind in Paris auch kurze Hosen, Flipflops, Baseballkappen, Gürteltaschen und allzu große oder weite Sachen. Jeans erfreuen sich zwar immer größerer Beliebtheit, werden aber noch nicht überall getragen.

Der Pariser Stil ist durch spezielle Kleidungsstücke geprägt, so tragen Männer zu Poloshirts oder Hemden mit Knopfleiste gern ein schönes paar Hosen sowie spitze Lederschuhe in neutralem schwarz oder braun. Auf eine schmale Passform wird bei Männern besonderen Wert gelegt, und Stoffe wie Leder, Wolle, Baumwolle, Leinen und Kaschmir sind regelrechte Dauerbrenner. Frauen tragen im Alltag oft ein recht klassisches Outfit. Elegante Röcke oder kurze Hosen werden mit einer Bluse, einem Oberteil aus Baumwolle, einer Strickjacke oder einem Pullover kombiniert. Je nach Wetterlage wird darüber ein Trenchcoat, ein Blazer oder ein Mantel getragen. Auch in den Abendstunden kleiden sich Pariser Frauen eher schlicht und nicht zu übertrieben. Der Stil ermöglicht es, ein Alltagsoutfit leicht in ein Abendoutfit umzuwandeln. Hosen können durch einen Rock ausgetauscht werden und statt flachen Schuhen schlüpft man einfach in ein Paar High Heels – et voilà!

Anna-Maria von The European Look

Paris ist die Modestadt schlechthin! Nicht nur aufgrund der jährlichen Modeschauen, die alle Modebegeisterten in die Metropole ziehen, sondern auch wegen seiner stylischen Einwohnerinnen. Die typische Parisienne ist sehr elegant gestylt, immer im Trenchcoat und in High Heels unterwegs. In Paris legen die Menschen Wert auf Qualität und Stilbewusstsein. Man zieht also lieber den klassischen Schwarz-Weiß Look an, als dass man sich ein Mode-Fauxpas leisten würde. Gerade zu Zeiten der Modewoche sieht man den Unterschied zwischen Moderedakteurinnen aus Paris und denen aus den anderen Ländern sehr deutlich. Den sogenannten Monochrome-Look, also sich von Kopf bis Fuß in den Farben Weiß, Blau und Schwarz zu kleiden, hat die Parisienne perfektioniert. Was man sich von den französischen Ladies abgucken kann, ist die zeitlose Eleganz, mit der sie sich kleiden. Lieber ein Trendteil mit einer klassischen Garderobe kombinieren als zu viele Trends auf einmal. Als Grande Dame der Mode wird oft Coco Chanel bezeichnet und das Haus Chanel ist auch heutzutage noch ein Statement für den modischen Look von Paris. Dazu natürliche, lange Haare und so gut wie kein Make-up – et voilà, so trägt man den Pariser Chic!

Conny von Fashion Victress

Paris hat unendlich viel mehr zu bieten als den Eiffelturm. Die Stadt muss man leben, aber sie macht es einem leicht. Den französischen Lebensstil versprüht sie nur so. Allein der Stil der Pariserinnen trägt für mich dazu bei: Der „Effortless Chic“ ist ungezwungen, aber sehr stilvoll. Die typische Pariserin übertreibt es übrigens auch nie mit dem Make-up.

Tokio

Tokio bietet in Sachen Mode so manche Highlights. Die Bevölkerung legt großen Wert auf trendige Kleidung und ist im Hinblick auf Farben und Accessoires überaus experimentierfreudig. Von klassisch über modern bis hin zu exzentrisch – hier sind alle Stilrichtungen vertreten. Jung und Alt tragen gern Hosen, dunkle Jeans und bequeme, aber trendige Schuhe und kombinieren dazu ausgefallene, auffällige Accessoires sowie Rüschen, Volants, Schleifen, Raffungen, Spitze und Materialien mit spiegelnden Oberflächen. Frauen tragen besonders gern Röcke und Kleider über Hosen. In Tokio kann man übrigens nie zu formell gekleidet sein: Schicke Anzüge sind im Alltag sehr beliebt.

Die Straßen von Harajuku begeistern mit einem unkonventionellen und recht ausgefallenen Kleidungsstil, der auch von der Underground-Szene der japanischen Mode beeinflusst wird. Eine Vorliebe für prächtige Farben spiegelt sich vor allem in den grellen Neonoutfits, knalligen Haarfarben und dem auffälligen Makeup wider. Täglich zieht es tausende Menschen in das Viertel, die sich von den abwechslungsreichen Outifts inspirieren lassen und in den zahlreichen Boutiquen, Einkaufszentren und Ladenketten einkaufen, um so ihren ganz eigenen, individuellen und unverwechselbaren Stil zu kreieren. Trends bleiben in Harajuku nicht lange bestehen, denn hier gilt das Motto: Mode soll einfach nur Spaß machen.

Cécile von Theodora Flipper

Diese Stadt beziehungsweise ihre Einwohner sind uns in Sachen Mode immer um eine Nasenlänge voraus. Es ist so gut wie alles erlaubt – bunte Strümpfe, Karo- und Polka-Dot-Mix, Tüllröcke mit Sneakers oder Shirts mit Fabelwesen. Die Mode in Tokio ist sehr schnelllebig und extrem individuell. So gibt es kaum etwas, das in oder out ist. Denn hier soll man Gefallen an Kleidung finden und den Umgang mit ausgefallenen Stücken lieben. Ist euch schon mal aufgefallen, dass hier wenig High Heels getragen werden? Zu den Styles werden häufig Sneakers oder bequeme, durchgehende Plateauschuhe kombiniert. Genau mein Ding!

Hamburg

Anna-Maria von The European Look

Hamburg ist chic! Das merkt man nicht nur am berühmten Jungfernstieg, sondern überall in der Stadt. Oft verglichen mit München oder Düsseldorf – die Hamburger zeigen was sie haben. Die nordische Mode hat oft etwas hanseatisches, von sportlichen Westen bis zu Designertaschen und hochwertigen Jeans. Hauptsache gut angezogen sein. Damit steht Hamburg mit seinem Dresscode im starken Gegensatz zu Städten wie Berlin. Dort heisst es ja: „Alles geht“. Das ist in Hamburg definitiv nicht der Fall. Angesagte Szeneläden im Schanzenviertel oder edle Boutiquen in Eppendorf – getragen wird was Trend ist. Um in Hamburg als Neuling nicht aufzufallen, braucht man sich eigentlich nur schick anziehen. Haare schön stylen, und ein dezentes Make-up auftragen, High Heels und Handtasche dazu – schon könnte man als Hamburger Deern durchgehen.

Absolute No-Go’s sind daher auch Second-Hand-Experimente und Retro-Klamotten à la 80’s und 90’s. Wer nur auffallen möchte, tut das auch – aber negativ. Es gibt eigentlich keine große alternative Szene – wer sich als alternativ bezeichnet, steht auf veganes Essen und nachhaltige Kleidung – aber bitte trotzdem schön modisch. Am besten shoppen kann man natürlich in der noblen Neustadt, unter anderem in den Straßen Neuer Wall und Hohe Bleichen mit Kaufhäusern wie dem Alsterhaus und Unger. Die Mode ist ein sehr präsentes Thema in Hamburg – die Modeszene veranstaltet regelmäßig Events in den angesagten Lofts der Stadt, zum Beispiel in der historischen Speicherstadt.

In diesem Sinne ist Hamburg nicht so flexibel wie andere Städte – seine Einwohner werden oftmals als Schickimicki und konservativ abgetan – aber wenn man ein echtes Girly Girl ist und gerne in High Heels ausgeht anstatt in Sneakers gehört man in der liebenswerten Hansestadt dazu und fühlt sich pudelwohl. Nicht umsonst werden hier vor allem die schönen Dinge des Lebens gefeiert!