Das historische Zentrum der italienischen Stadt Venedig ist in sechs verschiedene Stadtteile, die sogenannten Sestieri, unterteilt. Sie begeistern mit einer wahren Vielfalt aus 150 Kanälen, 400 Brücken sowie zahlreichen Plätzen und Palästen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die gesamte Stadt gilt als architektonisches Meisterwerk und jedes einzelne Sestiere bietet wunderbare Attraktionen mit einer ganz eigenen Geschichte. In dieser Übersicht werden die 6 verschiedenen Sestieri Venedigs mit ihren Besonderheiten genauer betrachtet, sodass Sie nach dem Lesen dieses Artikels genau wissen, wo genau Sie ihr City-Apartment buchen sollten.

Cannaregio

In dem authentischen, gediegenen Stadtteil Cannaregio können Besucher das ein oder andere Schwätzchen mit den Einheimischen halten, während diese ihrer alltäglichen Arbeit nachgehen. Cannaregio lässt sich am besten zu Fuß erkunden, bietet es doch mit seinen verwinkelten, labryinthartigen Gässchen und alten Gebäuden einen ganz besonderen, für den Stadtteil einzigartigen Charme. Straßen wie Lista di Spagna und Strada Nova ziehen so einige Touristen an, die in Souvenirläden stöbern und sich in dem ein oder anderen Fast-Food-Restaurant stärken können. Besonders schön sind auch Spaziergänge an den Kanälen entlang. Dabei lassen sich atemberaubende Kirchen wie Santa Maria dei Miracoli, Madonna dell’Orto und Oratorio dei Crociferi entdecken. Sehenswert ist auch das Ghetto, ehemals Wohngebiet der jüdischen Bevölkerung Venedigs, welches durch das von Shakespeare verfasste Stück „Der Kaufmann von Venedig“ Bekanntheit erlangte.

Cannaregio ist gesäumt von Bars, Restaurants und Cafés, die auch bei den Einheimischen beliebt sind. Das MQ10 im Ghetto ist eine elegante Bar mit modernem Ambiente und exzellenten Cocktails, die mit etwas Glück an einem Tisch mit Blick auf den lebendigen Canale di Cannaregio genossen werden können. Ein beliebter Treffpunkt ist auch das Dodo Caffè, in dem der Eigentümer Dodo die Gäste mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen selbst bedient. Vor allem Studenten zieht es ins Al Timon, in dem sich die junge venezianische Bevölkerung gern erstklassige Weine der Region schmecken lässt.

Canale di Cannaregio

Der Canale di Cannaregio. Foto von Tony Hisgett via FlickrCC.

 

San Marco

Besuchern, die sich ein Apartment in San Marco buchen, ist eine zentrale Lage in unmittelbarer Nähe der beliebtesten touristischen Attraktionen garantiert. In den gut besuchten Straßen des Stadtteils herrscht im Vergleich zu den anderen Sestieri ein besonders lebendiges Treiben, denn hier befinden sich beliebte Touristenziele wie der Markusplatz und der Dogenpalast.

Neben letzteren beiden lockt San Marco unter anderem auch mit Attraktionen wie dem Palazzo Dandolo, der Kirche San Moisè, dem Teatro La Fenice, dem Palazzo Grassi sowie Harry’s Bar, die sich je nach Belieben tagsüber oder auch nachts bewundern lassen. San Marco begeistert mit vielen eleganten historischen Bauwerken und etwas teureren Cafés, in denen Besucher abends mitunter den Klängen von Livemusik lauschen können.

Dogenpalast

Der Dogenpalast und der Markusdom. Foto von Dennis Javris via FlickrCC.

 

Dorsoduro

Das typische Leben der Venezianer mit allem, was dazu gehört, lässt sich wohl am besten im Stadtteil Dorsoduro erleben, denn er gilt als authentischster unter den sechs Sestieri der Stadt. Durch den Stadtteil schlängeln sich zahlreiche Gässchen, die so schmal sind, dass die Einwohner ihre Wäsche auf Leinen aufhängen, die von den eigenen Fenstern bis zum gegenüberliegenden Haus reichen. Doch Dorsoduro ist natürlich nicht nur von Wäscheleinen geprägt. In punkto Sehenswürdigkeiten kann der Sestiere sogar mit San Marco mithalten, befinden sich hier doch Attraktionen wie die Galleria dell’Accademia di Firenze, die den berühmten David von Michelangelo beherbergt.

Sehenswert sind auch die Peggy Guggenheim Collection sowie zahlreiche Kirchen in der Gegend. Die von verschiedenen Geschäften gesäumten Straßen Dorsoduros verzaubern mit besonderem Charme. Besucher, die auf der Suche nach geschmackvollen Mitbringseln sind, finden in der Calle Sant’Agnese eine große Auswahl. In der Gegend gibt es zudem gemütliche Bars und Restaurants. Die Cantina del Vino Già Schiavi begeistert mit köstlichen Snacks (Cicchetti). Nachts verwandeln sich die Straßen von Dorsoduro in einen lebendigen Anziehungspunkt mit einem pulsierenden Nachteben.

Kanal in Dorsoduro

Ein Kanal in Dorsoduro. Foto von Diana Robinson via FlickrCC.

San Polo

Als kleinstes Sestiere bietet San Polo mit seinen von Kunstgewerbeläden und familiengeführten Cafés gesäumten Straßen ein rustikales Ambiente. Hauptattraktion ist vermutlich die Rialtobrücke, die als älteste Brücke beide Uferseiten des Kanals miteinander verbindet und einst als Grenze zwischen den Sestieri San Marco und San Polo fungierte. Einen Besuch wert ist auch die historische Attraktion Ponte della Donna Onesta mit einem sagenumwobenen, in die Wand eingelassenen Gesicht aus Stein.

Einer Legende nach ließ einst ein Mann, der die Frau eines Schwertschmieds begehrte, in der Schmiede einen Dolch anfertigen und besuchte diese unter dem Vorwand, diesen abholen zu wollen. Dort angekommen vergewaltigte er die Frau, woraufhin diese sich angesichts der Schande mit ebendiesem Dolch das Leben nahm. Einer weiteren Legende nach deutete bei dem Gespräch zweier Freunde über die Treue der Frau einer der beiden auf das Bildnis an der Wand aus Stein und sagte, dass dies die einzig ehrliche Frau auf Erden sei.

San Polo

San Polo. Foto von La Citta Vita via FlickrCC.

 

Castello

Der Stadtteil Castello, der von seiner Form her an einen Fischschwanz erinnert, gehört zu den facettenreichsten aller Sestieri. Hier fallen auf Anhieb zwei Gegensätze auf: der westliche Teil ist eher glamourös und kann mit exklusiver Kunst, besonderer Architektur und herrlichen Bauwerken aufwarten, wohingegen der etwas weniger spektakuläre östliche Teil mit seinen Wohnvierteln der Arbeiterklasse einen Einblick in das venezianische Alltagsleben bietet. Bei einem Spaziergang am Kanal entlang lässt sich dieser Kontrast besonders gut beobachten.

Auf dem Weg können Besucher den Pinienwald von Sant’Elena und die Parkanlage Giardini Pubblici bewundern und einen herrlichen Ausblick auf den Palazzo Ducale und den Markusplatz genießen. In Castello gibt es so einige historische Orte zu entdecken, auch wenn sich dort mitunter recht viele Touristen tummeln. Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die zur Zeit der Renaissance errichtete Kirche San Zaccari, die als eine der bedeutendsten Kirchen Venedigs geltende Santi Giovanni e Paolo sowie die historische Schiffswerft Arsenale.

Die Kirche San Zaccaria

Die Kirche San Zaccaria. Foto von Tony Hisgett via FlickrCC.

Santa Croce

Trotz der im Vergleich zu den anderen Sestieri etwas weniger hohen Dichte an Sehenswürdigkeiten bietet das an San Polo und Dorsoduro grenzende Santa Croce auch so manche Highlights. Hier lässt sich Venedig immerhin von einer Seite erkunden, die bei Touristen üblicherweise vielleicht nicht unbedingt auf dem Plan steht. Das vor allem als Verkehrsknotenpunkt geltende Sestiere begeistert mit vielen lebendigen Plätzen wie beispielsweise dem Campo San Giacomo dell’Orio. Es locken auch touristische Attraktionen wie der barocke Palast Ca’ Pesaro, in dem die Galleria Internazionale d’Arte Moderna untergebracht ist, sowie jede Menge historische Bauwerke wie das fast abgerissene Kloster Santa Chiara und die Kirche San Giacomo Dall’Orio, die zu den ältesten der Stadt zählt.

Auf eine Reise in die Vergangenheit können Besucher sich im Palazzo Mocenigo begeben. In dem für die Öffentlichkeit zugänglichen Palast wird eine Auswahl an historischen Kostümen ausgestellt. Gute Restaurants gibt es in Santa Croce natürlich ebenfalls. Wer gern die Wahl hat und es hochwertig mag, sollte im La Zucca vorbeischauen. In dem Restaurant mit gemütlichem Holzdekor lassen sich bei einem Blick über den Kanal und die Brücke köstliche Tagliatelle genießen.

Kulinarische Köstlichkeiten in Venedig.

Kulinarische Köstlichkeiten in Venedig. Foto von Marc Di Luzio via FlickrCC.

Waren Sie schon einmal in Venedig? Wo haben Sie übernachtet? Wie viele Sestieri haben Sie erkundet?