Am 30. September ist der Startschuss der Serie Babylon Berlin, die die Zuschauer auf eine Zeitreise in das Berlin der 20er Jahre nimmt. Obwohl das Berlin der Gegenwart gesprenkelt ist mit modernen Gebäuden, Geschäften junger Marken und einer bunten Vielfalt verschiedenster Menschen, haben es die Macher trotzdem geschafft authentische Drehorte in der Hauptstadt zu finden.

Die Handlungsorte und Drehorte im Überblick

Einer der Handlungsorte der Serie ist das Polizeipräsidium Rote Burg, das damals genau dort stand, wo sich heute das große Kaufhaus Alexa im Zentrum Berlins befindet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude (zu diesem Zeitpunkt Hauptquartier der Gestapo) jedoch zerstört, sodass für die Außenansicht des Polizeipräsidiums ein Ersatz hermusste. Die Wahl fiel auf das Rote Rathaus, das nicht einmal 10 Minuten Fußweg entfernt liegt. Die Büro-Szenen des Polizeipräsidiums wurden allerdings im Studio gedreht.

Der nächste Handlungsort, der Nacht- und Nacktclub Moka Efti, befand sich in der Friedrichstraße 60 und hatte einen legendär verführerischen Ruf. Heute ist davon in der Friedrichstraße 60 jedoch nichts mehr übrig, denn hier befindet sich nun ein in den 90er Jahren errichteter Gebäudekomplex. Auch hier wurde jedoch ein guter Ersatz gefunden, denn die Szenen im Moka Efti wurden im leerstehenden Stummfilmkino Delphi im Bezirk Weißensee gedreht.

Der Alexanderplatz darf in einer Serie über Berlin als Handlungsort natürlich nicht fehlen, jedoch war es eine große Herausforderung für die Macher den Alexanderplatz der 20er Jahre wieder auferstehen zu lassen. Der gesamte Platz wurde für einen Tag gesperrt und für die Dreharbeiten genutzt. Die Macher schickten unzählige Komparsen im Look der 20er Jahre auf den Alex (wie ihn die Berliner gerne nennen), ließen duzende der damaligen Automodelle durch die Straßen fahren und im Hintergrund fuhr sogar eine Straßenbahn der Vorkriegszeit durch das Bild.

Das Restaurant Aschinger als Teil der Firma Aschinger schaffte es eine der größten Gastronomieketten in Europa zu werden. Das Restaurant war besonders beliebt bei Geringverdienenden, denn zu den guten und günstigen Speisen konnten beliebig viele Schrippen (Brötchen) gegessen werden. Dort, wo einst das Gelände des Restaurants Aschinger stand, befinden sich heute das Alexanderhaus und die Weltzeituhr, weswegen für die Dreharbeiten der Ratskeller des Rathauses Schöneberg genutzt wurden.

Das Kaufhaus Karstadt am Hermannplatz bildet die Kulisse der Arbeiter-Demonstrationen im „Blutmai“ 1929. Damals galt es als das modernste Kaufhaus Europas, fiel jedoch ebenfalls dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Jahre später wurde es an gleicher Stelle wiederaufgebaut und so konnte in diesem Fall der Drehort zugleich auch der ursprüngliche Handlungsort sein.

Der Varieté-Schuppen Plaza ist nicht nur in der Serie ein beliebter Ort für einen gemütlichen Abend mit Getränken: In den 20er Jahren waren es hauptsächlich Arbeiter des Proletarierviertels Friedrichshain, die das Plaza im ehemaligen Ostbahnhof aufsuchten. Heute befindet sich dort das Verlagsgebäude des Neuen Deutschlands.

Ein völliges Kontrastprogramm zum Plaza bildet das Kakadu, das damals die größte Bar der Hauptstadt war. Hier verbrachten Hochfinanz und Halbwelt zwischen Koks, Opiumschwaden etc. die Abende miteinander.