Denkt man an Museen, so stellen sich die meisten einen großen und imposanten Raum voller Kunstwerke und anderer Schätze vor, die an Wänden hängen oder in Vitrinen aufbewahrt werden. Allerdings geht die Neugier der Menschen manchmal auch über die Grenzen gewöhnlicher Themen hinaus, weshalb auch Museen mit sehr speziellen Themen existieren.

Auch wir sind neugierig, daher haben wir uns auf die Suche begeben und interessante Museen mit den Themen Haar, verbrannte Lebensmittel oder Hundehalsbänder in verschiedenen Orten gefunden wie Berlin, Alicante oder Bogota. Einige der Museen haben einen höchst künstlerischen Ursprung, während andere aus der dunkelsten Seite des Humors entsprungen zu sein scheinen. Und manche sind aus irgendeinem Grund einfach da, auch wenn wir das nicht ganz verstehen können.

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen – Zagreb (Kroatien)

Foto: Museum der zerbrochenen Beziehungen

Foto: Museum der zerbrochenen Beziehungen

In diesem Museum kann man Überbleibsel von vergangenen Beziehungen betrachten, wie beispielsweise Pärchen-Fotos, Jubiläumsgeschenke oder Ähnliches. Ursprünglich war diese Ausstellung eine Wanderausstellung, die mit ihren Ausstellungsstücken an diversen Orten zur Schau gestellt wurde. Im Jahr 2010 fand sie jedoch ihren festen Platz in Zagreb und bereichert seither die kroatische Hauptstadt mit interessierten oder schlichtweg verwunderten Museumsbesuchern.

Adresse:
Ćirilometodska ul. 2, 10000, Zagreb, Kroatien

Das Kartoffel-Museum – München (Deutschland)

Das Kartoffel-Museum

Foto: Mike Haller vía Flickr

Andere Länder mögen Deutschland vielleicht für unsere Kartoffel-Liebe verspotten, aber wir wissen insgeheim alle, dass sie die vielseitigste und faszinierendste Knolle der Welt ist! Ob gebraten oder gekocht, als Beilage oder Hauptspeise, die Kartoffel begleitet uns seit mehreren Jahrhunderten und vervollständigt unser Essen. Das Kartoffel-Museum in München geht noch einen Schritt weiter und präsentiert uns allerlei Variationen der Kartoffel: Kartoffelkunst i.S.v. Kartoffel trifft Andy Warhol bis hin zu Kartoffel-Skulpturen. Wer das bereits faszinierend findet, der wird Augen machen im Souvenirladen.

Adresse:
Grafinger Straße 2, 81671 München

Museum Of Bad Art – Sommerville (USA)

Museum of bad art

Foto: Mama and Babe von Sarah Irani, ausgestellt im MOBA

Wer erinnert sich noch an den Vorfall im Sommer 2012, bei dem die damals 81-Jährige Cecilia Giménez ein Jesus-Fresko übermalte? Nun, die Ausstellungsstücke im MOBA lassen Frau Giménez‘ Kunst wie ein Meisterwerk aussehen. In der Sammlung wird die Crème de la Crème an Scheußlichkeiten ausgestellt, von dem vieles auch als Angriff auf den ästhetischen Geschmack der Menschheit aufgefasst werden kann. Alles startete mit der Überzeugung des Sammlers, dass die Mühen hinter der Schaffung solch fürchterlicher Werke belohnt werden muss.

Adresse:
55 Davis Square, Somerville, MA 02144, USA

Lepra-Museum – Münster (Deutschland)

Lepra Museum

Lepra-Museum – Foto: Augsburger Zeitung

Ein Glück stellt Lepra heutzutage keine Bedrohung mehr in Europa dar. Das Lepra Museum wurde jedoch gegründet, um auf diese ansteckende Krankheit in anderen Teilen der Welt aufmerksam zu machen. Diverse Glider, deformierte Hände und mehr sowie Gegenstände, die zum Alltag der Leprakranken gehören, werden hier ausgestellt. Darunter befindet sich beispielsweise ein Holzstock, den Leprakranke auf den Boden klopfen mussten, um Entgegenkommende beispielsweise auf einem Bürgersteig zu warnen, damit sie die Straßenseite wechseln konnten. Es ist eine Geschichte der Isolation und des Leidens, die man in Münster erlebt.

Adresse:
Paula-Wilken-Stiege 3, 48159 Münster

Interpretationszentrum der Gesichter von Caras de Bélmez – Bélmez de la Moraleda (Spanien)

Cara de Bélmez

Cara de Bélmez – Foto: Cesar Tort vía Wikimedia Commons

Dieses eigenartige Museum ist dem paranormalen Phänomen der Gesichter von Bélmez gewidmet. Das Dorf ist bekannt für ein bestimmtes Haus, in dem auf unerklärliche Weise immer wieder Gesichter auf dem Boden auftauchen. Das Thema ist äußerst umstritten, da viele der Meinung sind, das Museum würde unnötig den Aberglauben fördern. Gegenstimmen jedoch sind für den Erhalt des Hauses, damit dieses Phänomen nicht in Vergessenheit gerät.

Adresse:
Calle Alonso Vega, 0, 23568 Bélmez de la Moraleda, Jaén, Spanien

Hall of Fame für Kakerlaken – Phoenix (USA)

Hall of Fame für Kakerlaken

Foto: www.legendsofamerica.com

Mittlerweile ist dieses Museum geschlossen, aber einst konnten Besucher hier tote Kakerlaken in den merkwürdigsten Szenerien betrachten: Verkleidet am Piano, im Bikini beim Sonnenbaden am Strand oder bei einem Auftritt in Las Vegas. Man munkelt, der Künstler wäre einsam gewesen.

Isländisches Phallus-Museum – Reykjavik (Island)

Isländisches Phallus-Museum

Souvenirladen – Foto: Jennifer Boyer vía Flickr

Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte ist das männliche Glied Gegenstand religiöser Verehrung und künstlerischer Darstellung verschiedenster Natur. Dieses Museum in Reykjavik geht jedoch noch einen Schritt weiter und stellt sage und schreibe 215 Stück des Stückes verschiedener Säugetiere aus wie beispielsweise von Walen, Eisbären und anderer Tiere. Alle erstrahlen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Wie man sich denken kann, ist auch hier der Souvenirladen mindestens genauso interessant wie die Ausstellung selbst.

Adresse:
Laugavegur 116, 105 Reykjavík, Island

Museum für verbrannte Lebensmittel – Arlington (USA)

Museum für verbrannte Lebensmittel

Foto: Museum für verbrannte Lebensmittel

Verzeihung, aber hier fehlen einem die Worte. Hierbei handelt es sich vielleicht um eine künstlerische Antwort auf eine absurde Suche nach dem Sinn des Lebens. Vielleicht aber starrte der Schöpfer eines Tages auf sein verbranntes Stück Toast und entschied, dass dies der Grundstein für ein grandioses Museum sei.

Museum der Hundehalsbänder – Leeds Castle (Vereinigtes Königreich)

Museum der Hundehalsbänder

Museum der Hundehalsbänder – Foto: National Park Service vía Wikimedia Commons

Wer kennt das nicht: Eines Tages steht man da und fragt sich, wo eigentlich der Unterschied zwischen viktorianischen Hundehalsbändern und denen von heute liegt? Die Antwort auf diese Frage beantwortet das Museum der Hundehalsbänder in Leeds Castle, das zirka 60 Kilometer entfernt von London liegt. Rund 200 verschiedene Hundehalsbänder kann man hier entdecken, von denen manche bis zu 400 Jahre alt sind.

Adresse:
2 Broomfield Rd, Broomfield, Maidstone ME17 1PL, Vereinigtes Königreich

Das Haar-Museum – Avanos (Türkei)

Das Haar-Museum

Das Haar-Museum – Foto: Nevit Dilmen vía Wikimedia Commons

Dieses äußerst interessante Museum entstand vor 30 Jahren, als ein Mann um die Hand einer Frau anhielt. Sie war jedoch drauf und dran eine Reise zu unternehmen, weshalb ihre Antwort vorerst nein lautete. Um ihn zu vertrösten und ihn dazu zu überzeugen auf sie zu warten, schenkte sie ihm eine Haarsträhne von sich. Dieses liebevolle Andenken hob der Mann fein säuberlich an einer Wand in seiner Höhle neben 17.000 weiteren Haarsträhnen verschiedenster Frauen auf. Wenn Liebe einen in den Wahnsinn treibt…

Adresse:
Yukarı Mahallesi, No: 24 Avanos Nevşehir, 110. Sk., 50500 Avanos/Nevşehir, Türkei